Chemiefasern

Für die Zellulosefasern ist der Ausgangsstoff ein Naturprodukt, i.d.R. Holz. Die Ausgangsmasse für synthetische Fasern wird bei der Verarbeitung fossiler Rohstoffe (Oil) gewonnen.
Die ursprüngliche Basis synthetischer Fasern bilden erdgeschichtliche Pflanzen. Die Chemiefasern werden durch Pressen der Grundmasse durch eine Düse erzeugt. Anschließend werden sie zu Garnen versponnen.

Zellulosisch

Viskose (CV):

Viskose besteht - wie die Baumwolle - aus Zellulose, also aus einem natürlichen Grundstoff. Da die Viskose aber auf chemischem Wege hergestellt wird, dürfen wir sie (laut Textilkennzeichnungsgesetz) nicht als Naturfaser bezeichnen.

Viskose wird entweder allein oder in Mischungen mit Natur- oder anderen Chemiefasern verarbeitet. Sie wird ganz universell in der Bekleidung eingesetzt. Aus dem Grundstoff kann eine sehr feine und gleichmäßige Faser gesponnen werden. Dadurch entsteht der weiche Griff und fließende Fall eines Stoffes aus Viskose. Die hohe Feuchtigkeitsaufnahme der Faser (sehr viel höher als bei Baumwolle) ermöglicht gutes Färben und Bedrucken; deshalb sind Stoffe aus Viskose häufig farbintensiver als aus reiner Baumwolle. Die Reaktion auf Feuchtigkeit und der niedrige Preis machen Viskose auch besonders geeignet für Futterstoffe.

Verkaufsargumente für die Viskose:

  • gute Farb- und Lichtbeständigkeit
  • weich, anschmiegsam, hautsympathisch
  • schnelle und hohe Feuchtigkeitsaufnahme
  • in Mischungen mit Baumwolle oder Polyester gut waschbar
  • seidiger Glanz des Stoffes und schöner Fall
  • besteht aus natürlichem Grundstoff

Modal (CMD):

Modal wird oft als modifizierte (verbesserte) Viskose bezeichnet, da sie nach einem modifizierten Viskose - Spinnverfahren hergestellt wird. Die Faser ist weicher und gleichzeitig stabiler. Gegenüber Viskose hat Modal eine verbesserte Reiß- und Scheuerfestigkeit. Modalfasern besitzen auch ähnliche Eigenschaften wie die Baumwolle und werden deshalb oftmals in Mischungen für hochwertige Qualitätsprodukte verwendet. Dabei gibt das Modal der Baumwolle einen eleganten Griff und feinen Glanz. Auch die Polynosic Fasern gehören zu den Modalfasern und müssen so gekennzeichnet werden.

Ein großer Vorteil der Modalfaser besteht in ihrer Pflegeleichtigkeit: In ungefärbtem Zustand kann sie sogar gekocht werden. Deshalb findet man Modalfasern häufig im Wäschebereich.

Verkaufsargumente für Modal:

  • fein, weich und glänzend
  • farbintensiv
  • sehr hautsympathisch und atmungsaktiv
  • pflegeleicht und formbeständig
  • Zellulosefaser (wie Viskose)

Lyocell (CLY):

Lyocell (Tencel) ist die neueste Entwicklung im Bereich der Zellulosefasern. Für die Faser wird die Zellulose mittels eines ungiftigen Lösungsmittels (NMMO) direkt gelöst und versponnen, wobei man das Lösungsmittel fast komplett wieder verwenden kann. Die Herstellung ist somit besonders umweltfreundlich.

Aufgrund der außerordentlichen Stabilität und Festigkeit ist Tencel, nach der Baumwolle, die erste Faser, mit der Denim - Look erzielt werden kann. Es entsteht ein Oberstoff, der eine verblüffende Blue-Jeans-Optik hat, aber den Griff und Fall von gewaschener Seide. Der Stoff ist beanspruchbar und kann problemlos stone- oder sandwashed behandelt werden.

Tencel wird zur Verbesserung der Trageeigenschaften auch in Mischungen mit Naturfasern eingesetzt.

Verkaufsargumente für Lyocell/Tencel:

  • Zellulosefaser (wie Viskose), biologisch abbaubar
  • pflegeleicht und atmungsaktiv
  • hautsympathisch weich und trotzdem beanspruchbar
  • fließender, geschmeidiger Fall
  • dezenter, seidiger Glanz
  • farbintensiv

Acetat (CA)

Diese Fasern bestehen - nicht wie Viskose und Modal - aus reiner Zellulose, sondern aus einer Zellulose-Verbindung mit Essigsäure. Man spricht bei diesen Fasern vom Zellulosederivaten = Abkömmlinge der Zellulose.

Acetat wird in Aceton zur Spinnmasse gelöst. Stoffe aus Acetat haben einen edlen mattschimmernden Glanz, fülligen Griff und eleganten Fall, vergleichbar mit der Naturseide. Durch die hohe Elastizität der Faser ist der Stoff formbeständig, und Falten können sich aushängen. Acetat ist sehr hitzeempfindlich und darf nur mit niedrigen Temperaturen gebügelt werden.

Triacetat (Arnel/Tricel) wird in Dichlormethan aufgelöst. Die Faser ist hitzebeständiger und Stoffe aus Triacetat können problemlos plissiert werden. Der Griff und der Glanz, insbesondere bedruckter Gewebe, erinnert an Seide; Triacetat wurde daher lange Zeit als "Kunstseide" bezeichnet.

Acetat und Triacetat werden entweder alleine oder in Mischungen mit Natur- oder anderen Chemiefasern verarbeitet. Man stellt aus ihnen Kleider- und Blusenstoffe sowie insbesondere Futterstoffe her.

Verkaufsargumente für Acetat und Triacetat:

  • weiche und feine Fasern
  • geringes Gewicht, sehr angenehm zu tragen
  • pflegeleicht: gut waschbar, trocknet schnell
  • nimmt wenig Feuchtigkeit auf
  • schöner Glanz

Triacetat (CTA):

Diese Fasern bestehen - nicht wie Viskose und Modal - aus reiner Zellulose, sondern aus einer Zellulose-Verbindung mit Essigsäure. Man spricht bei diesen Fasern vom Zellulosederivaten = Abkömmlinge der Zellulose.

Acetat wird in Aceton zur Spinnmasse gelöst. Stoffe aus Acetat haben einen edlen mattschimmernden Glanz, fülligen Griff und eleganten Fall, vergleichbar mit der Naturseide. Durch die hohe Elastizität der Faser ist der Stoff formbeständig, und Falten können sich aushängen. Acetat ist sehr hitzeempfindlich und darf nur mit niedrigen Temperaturen gebügelt werden.

Triacetat (Arnel/Tricel) wird in Dichlormethan aufgelöst. Die Faser ist hitzebeständiger und Stoffe aus Triacetat können problemlos plissiert werden. Der Griff und der Glanz, insbesondere bedruckter Gewebe, erinnert an Seide; Triacetat wurde daher lange Zeit als "Kunstseide" bezeichnet.

Acetat und Triacetat werden entweder alleine oder in Mischungen mit Natur- oder anderen Chemiefasern verarbeitet. Man stellt aus ihnen Kleider- und Blusenstoffe sowie insbesondere Futterstoffe her.

Verkaufsargumente für Acetat und Triacetat:

  • weiche und feine Fasern
  • geringes Gewicht, sehr angenehm zu tragen
  • pflegeleicht: gut waschbar, trocknet schnell
  • nimmt wenig Feuchtigkeit auf
  • schöner Glanz

Synthetisch

Microfasern:

Extrem fein gewebte synthetische Chemiefasern aus Polyester, Polyamid oder Polyacryl. Die Faser ist so fein, dass 10 km eines Fadens nur 1 Gramm wiegen. Microfasern werden für Klimastoffe, aber auch modische Oberbekleidung eingesetzt (Belseta, Tactel, Dunova).

Polyester (PL):

Bei der Herstellung von synthetischen Chemiefasern verwendet man Grundstoffe wie z. B. Erdöl, Stickstoff, die chemisch umgewandelt werden. Der Energieverbrauch bei der Herstellung ist relativ gering. Es entstehen Textilrohstoffe mit völlig neuen Eigenschaften gegenüber den Natur- und Zellulosefasern.

Synthetische Chemiefasern werden entweder alleine oder in Mischungen mit Natur- oder anderen Chemiefasern verarbeitet. Speziell setzt man Polyester als Wärmevliese ein. Allgemein werden daraus fast alle Arten der Bekleidung hergestellt: Kleider, Blusen, Hosen, Röcke, sportliche Freizeitjacken etc.

Dunova ist eine Microfaser aus dem Mischgewebe Polyester / Baumwolle. Die Microfaser Belseta besteht aus Polyamid und Polyester.

Die bekanntesten Polyester - Herstellermarken sind: Trevira, Diolen, Dacron.

Verkaufsargumente für Polyester:

  • gutes Wärmerückhaltevermögen (gekräuselte Fasern)
  • pflegeleicht: gut waschbar, trocknet rasch
  • formbeständig
  • leicht und fein
  • Röcke: plisseebeständig (Falten bleiben dauerhaft)
  • lange haltbar
  • ökologisch kaum bedenklich (recyclebar)

Polyamid (PA):

Herstellung siehe Polyester.

Polyamidfasern werden entweder alleine oder in Mischungen mit Natur- oder anderen Chemiefasern verarbeitet. Durch die Beimischung von Polyamid werden Bekleidungsstücke wie z. B. leichte Mäntel, Hosen, sportliche Freizeitjacken, Ski- und Badebekleidung sowie Damenwäsche hergestellt.

Wie Polyester kann auch Polyamid zu Microfaserstoffen verarbeitet werden.

Die bekanntesten Polyamid - Herstellermarken sind: Perlon, Nylon, Tactel.

Verkaufsargumente für Polyamid:

  • gutes Wärmerückhaltevermögen (gekräuselte Fasern)
  • sehr weich (weicher als Baumwolle)
  • formbeständig, höchste Beanspruchung möglich
  • geringes Gewicht
  • geringe Knitterneigung, weil elastische Faser
  • lange haltbar

Polyacryl (PC):

Herstellung siehe Polyester

Polyacrylfasern werden - wie Polyester oder Polyamid - entweder alleine oder in Mischungen mit Natur- oder anderen Chemiefasern verwendet. Vorwiegend werden aus Polyacrylfasern Webpelzmäntel, wollähnliche Maschenwaren wie Jacken, Kleider, Röcke, Pullover, Mützen und Strümpfe hergestellt. Darüber hinaus findet man diese Fasern in Kinder- und Sportbekleidung wieder.

Auch Polyacryl kann mittlerweile zu Microfaserstoffen verarbeitet werden.

Die bekanntesten Polyacryl-Herstellermarken sind: Dralon, Dolan, Orlon.

Verkaufsargumente für Polyacryl:

  • wärmend infolge gekräuselter Fasern
  • feiner, weicher, bauschiger Griff
  • brillante Färbung möglich
  • pflegeleicht: problemlos waschbar, trocknet rasch
  • formbeständig

Polytetrafluorethylen (PTFE):

Die Herstellung von PTFE erfolgt in einem ähnlichen chemischen Prozess wie bei Polyacryl [PC] und Polyvinylchlorid [PVC]. Das Endprodukt ist besser bekannt als Teflon. Es handelt sich um einen halogenierten Kohlenwasserstoff. Die Entsorgung ist problematisch. Für die Bekleidung werden hochfeine Membranen hergestellt, die sehr atmungsaktiv sind. Mäntel, Anoraks, Skibekleidung und Schuhe werden mit dieser Membrane in Form eines Laminats zwischen Futter und Oberstoff ausgestattet.

Der bekannteste Markenname ist Goretex. (Dagegen besteht Sympatex aus 100% Polyester).

Polyurethan (PU):

Anders als bei Polyester, Polyamid und Polyacryl entsteht Polyurethan durch Polyaddition zweier synthetischer Stoffe. Das Ergebnis ist ein Produkt, das im Trockenspinnverfahren zu hochelastischen Elasthanfasern ausgesponnen wird. In Verbindung mit anderen Textilfasern wird es für alle elastischen Gewebe und Gewirke eingesetzt. Ursprünglich wurden daraus bevorzugt Bade- und Sportbekleidung hergestellt. Heute zählen auch Oberbekleidung wie Sakkos, Anzüge und insbesondere Hosen zu den aus Elasthan-Mischgewebe hergestellten Produkten.

Ein weiteres Einsatzgebiet sind Beschichtungen zu Oberstoffen wie Alcantara und Amaretta.

Die bekanntesten Markennamen sind Lycra und Dorlastan.

Verkaufsargumente für Elasthan:

  • gewährt mehr Bewegungsfreiheit
  • Stoffe bekommen durch Elasthan mehr Elastizität (= weniger Knitter)
  • formbeständiges Material
  • pflegeleicht, trocknet rasch
  • unempfindlich gegenüber Sonne, Sonnenöl, Kosmetika, Salzwasser und Schweiß (Achtung! anders in Mischungsverhältnissen)